Mittwoch, 14. Januar 2015

Konfi und so

Die Kinder werden größer. Und schwuppdiwupp - gefühlte drei Wochen nach der Geburt - soll Fränzchen nun konfirmiert werden.

Ich erinnere mich gut noch an meine Konfizeiten. Wir sind treu und brav jeden Sonntag morgen in die Kirche gedackelt (im Pulk - wir kannten uns meistens schon aus dem Kindergarten), verbrachten dämmernd den Gottesdienst, dann einmal pro Woche (Dienstags - ist heute immer noch so) Konfiunterricht. Ich muss ja sagen, Pfarrer Schmidt hat sich zumindest ansatzweise Mühe gegeben.  Aber sein Sohn, der auch in dieser Konfigruppe war, wurde immer ein bisschen mehr rangenommen. Stefan tat mir schon leid. Aber sonst kam nicht die prophezeite Erleuchtung, sondern auch nur wieder ein Aussitzen. Also, in Summe war das nicht der Reißer.

Bei der Konfiprüfung hatte ich noch Glück - ich musste lediglich, ratenweise, "Der Herr ist mein Hirte" aufsagen und die anderen mussten die Interpretation auwendig gelernt daher leiern. Mir erschien mein Los wie der Himmel auf Erden ("Der Herr ist mein Hirte" kann ich noch heute), aber die armen Schweine mit den Interpretationen. Aus heutiger Sicht war das lächerlich. Handgeschrieben (Groß! SEHR GROSS geschrieben) vielleicht knapp zwei DinA5-Seiten - . Naja, damals fanden wir das reichlich unverschämt.

Die Konfi selber war ganz nett (bis auf die Situation, dass ein Konfirmand mit Beinprothese fast von dem Hocker geknallt wäre), die Verwandtschaft war da, ich durfte eine Freundin einladen (von ihr ein Silberarmband mit meinem Namen, dass ich leider in England ein Jahr später verloren habe), es gab Geld (unterer Schnitt, aber ok) und ich habe die ganze Kohle im nächsten Jahr zum Entsetzen meiner Mutter verbraten. Aber es war ein herrliches Jahr :)

Nun ist Fränzchen dran. Ungetauft. Ich fand, er kann das selber entscheiden und habe mir vornehm die Taufe gespart (und bin nebenher aus der Kirche ausgetreten - aber das würde dann doch hier etwas zu weit führen).

Will Fränzchen konfirmiert werden? Ja!
Will er Sonntags in die Kirche? Nein.
Wie findet er den Konfiunterricht? Semi.
Aber: Die Kohle lockt. Also quält er sich durch.

Morgens Kirche geht gar nicht. Also ist er in seiner Not, da er ein Konfiheft hat, in dem alle besuchten Gottesdienste abgezeichnet werden, schon letzte Woche im Gehörlosengottesdienst gewesen :) Gut, dass der Pfarrer gleichzeitig auch gesprochen hat.


Nun gut, dass ist ja noch einige Zeit hin.
Bis ich gestern im Netz hier einige nette Konfirmationseinladungskarten gesehen habe.
Bisher hatte ich das ganz locker gesehen. Über den Tag einen Caterer (wir haben die Konfirmation um halb zwei!), Platz ist genug, wird schon.

Und dann habe ich heute Nacht geträumt, die Konfi wäre schon in zwei Tagen, das Haus solle mit allem drum und dran geschmückt werden, der Caterer wäre noch nicht bestellt und der Göttergatte käme kernenstpannt nach Hause und hätte die Konfirmation vergessen.
Dieser wirklich nicht angenehme Traum neben Traum II, in dem Fränzchen verstorben war inclusive eines Starkregens morgens um halb sechs hat mich einigermaßen verknöttert aufstehen lassen. 

Und ich fing an, mir doch ein klein wenig Gedanken um die Einladungskarten zu machen. Denn zu diesem Gebastel habe ich Lust (und wenn´s nicht klappt, kann man ja so etwas auch kaufen)
Und ich fing an zu googlen. Und bin voll in Panik ausgebrochen !

Erst einmal: Wann Taufe? Die sollte ja vorher stattfinden. Oder in einem Abwasch mit der Konfirmation? Der eine Pate kommt immerhin aus Jerusalem. Ist ja nicht ganz um die Ecke.

Der Pfarrer will mich sprechen. Wann?? Etwa mit Mann? Dann wird´s schwierig.

Die Gästeliste. Hatte ich auch noch nicht so ganz. Familie und so. "Und so" hatte ich verdrängt. Die beste Freundin wird natürlich eingeladen und Sozzi (Sozzi, ich hoffe , Du liest das hier - 10. Mai vormerken bitte)

Die Patin war noch überhaupt nicht informiert. Erledigt. Es gab viele Lacher ihrerseits. Aber sie kann.

Was zu essen bestellen?? Welchen Caterer? Die Patin ist diesbezüglich sehr erfahren und riet mir, dringend (möglichst vorgestern) bei einem Caterer vorzusprechen, da eventuell schon alle ausgebucht sind. Zitter.....

Einladungskarten - klar, das schaffe ich. Aber jetzt:
Einladungen für die Nachbarn !!??!! Jaa, ich kenne das hier - üblicherweise werden die Nachbarn zum Restekaffee am Tag darauf eingeladen (Reste - höhö, das wird voll mit eingeplant), aber wie definiere ich Nachbarschaft?? Ich kenne hier noch kein Schwein. Und gerade deswegen wäre es gut, mal einige einzuladen. In welchem Umkreis? Mit welchem Text? (("Fränzchen wird konfirmiert, bitte bringen sie ein Gutsle mit, hier gibt es Kuchen bis zum Abwinken" oder wie???)

Und jetzt das Beste - in manchen Landstrichen ist es üblich, dass diejenigen, die ein Präsent vorbeibringen (hab ich noch nie gemacht..räusper...) ein Geschenk mit nach Hause bekommen !!??!!
Ich meine,vom Prinzip ist die Idee ja ganz nett und Kuchen können bekommen so viel sie wollen, aber was soll denn da kommen? Angefangen von Süßigkeitenkörbchen, aus dem man sich bedienen kann bis zu selbstgebackenem Gugelhupf und handgeschnitzen Bonbonieren mit im Mondenschein geernteten süßen Mandeln war im Internet alles dabei - ich bin überfordert. Ich geh dann mal schlafen - vielleicht bringt die Nacht ja die Erleuchtung.

Samstag, 10. Januar 2015

Kindermund

Seit letzter Woche haben wir in unserem Bad eine neue Errungenschaft.
Haargel.
Finden Nr. 2 und 3 total cool.
Nr. 1 eher nicht - in Ermangelung von Haaren (hatte ich mal darüber geschrieben? Ich weiß es nicht - Alopecia totalis ist das Stichwort), aber er schmunzelt.
Seitdem wird gestylt, was das Zeug hält. Morgens schon - VOR dem Frühstück.
Heute fahre ich mit einem frisch und mit Furz und Feuerstein gestylten Lieschen einkaufen. Es stürmt. Es stürmt mächtig. Er steigt aus dem Auto aus, hält sich entsetzt schützend die Hände über den Kopf und ruft: "Mama, meine Frisuuuuuuur!!!!"
Ich glaube, wir brauchen noch DreiWetterTaft :)
Bild folgt.

Samstag, 3. Januar 2015

Große Kinder

Ich liebe es, wenn die Kinder größer werden....manche Sachen kann man nun doch schon delegieren.

Schneeschieben, obwohl nur Regen angesagt war...





Dienstag, 30. Dezember 2014

Schreibversuche I

Das Kindelein schreibt und liest noch nicht. Ja, er könnte dies, aber er sieht noch keinen Sinn darin.
Aber heute gab es schon etwas, was er gerne notieren wollte. Und da ich mich standhaft geweigert habe, musste er doch zum Stift greifen.

Der Originaltext lautete: Zutritt verboten außer für Mama.

Meine Anmerkung, dass vielleicht der Papa zum Vorlesen das Zimmer betreten dürfe, würde kommentiert mit: Ach, der Papa darf rein, aber das wird mir wirklich zu lang.

Herausgekommen ist dieses Meisterwerk

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Kindermund

Also, weißt Du was Mama, soll ich Dir mal was sagen, also gestern in der Kirche, bei der Beerdigung von Josef, da war ein ganz kleiner Hirte, der hatte eine Regenjacke an und den Schlapphut von Paddington auf.

Es herrscht noch Aufklärungsbedarf.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachtsmonster

So, nun ist endlich Weihnachten und Lieschen kann aufhören zu fragen, in wieviel Sekunden (!!) endlich der Weihnachtsmann kommt.

Und ich habe auch alle Geschenke (bis auf die unendlich lange Schrecksekunde gestern, als ich feststellte, dass Lieschen zwar ein ganz tolles großes Geschenk bekommt, aber nix, aber auch gar nix zu Auspacken hat - das ist ja auch doof und die Stadt war so gerappelt voll, dass mir von allen Seiten abgeraten wurde, noch schnell etwas zu besorgen und da musste der Internetversandhändler ran, der mir heute Nacht vermeldet hat, dass das Päckchen unterwegs ist......ich hoffe einfach mal).

Und auf einmal habe ich hier morgens kurz Zeit, mal wieder in diesen Blog reinzuschauen. 

Die Kindelein schlafen noch, der Hefeteig für das Weißbrot heute abend ist angerührt, wir müssen nur noch ein wenig Kruschi wegräumen und dann kann es losgehen.

Denn: Der Tannenbaum ist auch schon geschmückt (entgegen der familiären Tradition haben wir das gestern morgen erledigt - meine Oma war ganz entsetzt: "Mein Kind, das macht man doch morgens am heiligen Abend!",  aber ich denke , von einem früheren Schmücken wird die Welt nicht untergehen)
Wenn meine Oma allerdings gewusst hätte, WIE er geschmückt ist, hätte sie mir sicher den baldigen Weltunterganz prophezeit.

Geplant war -  ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten - auf MEINEN ausdrücklichen Wunsch einen Baum in rot und weiß. Sonst nix. Kein Durcheinander, kein Chaos und KEINE Kartoffelschäler, Flaschenöffner, Playmopüppchen und Sonstiges a la Findus und Petterson.
Nur Rot und Weiß.
Aber - so schön ich das fand, habe ich dann doch nicht durchgehalten. War dann doch ein bisschen zu spießig und der Kartoffelschäler hat mir auch gefehlt.
Gerettet hat uns die BESTEFREUNDIN - die kann nämlich malen.






So ist es besser!! Und ich bin mir sicher, dass heute Abend der Kartoffelschäler doch ganz heimlich seinen Platz im Baum gefunden hat.

Euch allen Frohe Weihnachten!

Julika

In diesem Sinne

Donnerstag, 20. November 2014

Kindermund

Abgesehen davon, dass gestern Fuß- und Bettag war, hatte Lieschen heute in der Schule Tsüüchomotorik, die besonders lustig war, da man da einfach draußen herumspringen konnte.
Und dass der Schülerkiosk (O-Ton) ihm seine ganze Kohle für einen Kakao abknöpfen möchte, ist voll das letzte, weil, die sind da in diesem Schülerkiosk STEINREICH, denn die Mama (Anm. der Red. - eine Lehrerin )vom Johann kauft ihnen ja die ganzen Sachen und dann können die diese verkaufen und haben voll viel Geld in der Kasse und er armer Schlucker muss jetzt dafür sein letztes Hemd hergeben.....

Vielleicht sollte ich doch noch einen Kaufmannsladen zu Weihnachten besorgen -ich sehe in manchen Bereichen noch Erklärungsbedarf :)

Dienstag, 11. November 2014

Genähte Karten

Morgen geht´s zur Trauerfeier. Ich soll vorher drei Freunde vom Bahnhof abholen. Kein Problem. Eigentlich. Aber wer mein Auto gesehen hat, zweifelt daran ein bisschen. Eine Mäusefamilie könnte sich ohne Probleme von den Krümeln ein Jahr ernähren und  Nester für fünf neue Generationen bauen. Umzug halt.

Also: Heute mittag - Auto ausgeräumt. Müll, Altkleidergeschichten, zwei Lava-Lampen (für Nikolaus ...pssst), Diverses, ging eigentlich.

Dann mit LIeschen in die Waschanlage.

Ich kaufe: Extra-turbo-wurbo Premium, bekomme eine Karte, Lieschen hält die Karte fest und wir fahren rein.
Ach, sagt Lieschen, hier kann man keine geneeete Karte nehmen.
Was?, sage ich. Genähte Karte ???????????????

Ja, meint er, ich meine , hier kannst du keine geneeeete Karte nehmen, sondern nur die Papierkarte.

....überleg...groschfall.....er meinte eine MAGNETkarte :)

...der Versprecher lässt auf eines meiner Hobbys schließen...

Freitag, 7. November 2014

Haushaltsgeschichten

Eine Familie mit drei Kindern produziert viel Wäsche. Insbesondere wenn man bei den Kindern eines dabei ist, bei dem nachts noch öfter mal was daneben geht (bedeutet: Laken, Bettwäsche, Inlet, Kopfkissen, Schlafi des Kindes waschen) und eben auch dieses Kind sich in der Schule trotz Buddelhose und Gummistiefel jeden Tag tutto completti einsaut. 

Ist mir egal - Hauptsache, er ist draußen. Ich muss ja nicht mehr am Fluss die Wäsche schrubben und anschließend neben dem Kohleofen trocknen.

Außerdem ist da noch ein pubertierender Vierzehnjähriger, bei dem mittlerweile aus geruchstechnischen Gründen täglicher Wäschewechsel (immer noch nach mütterlicher Ansage) vonnöten ist.

Klingt alles ganz einfach, ist es eigentlich auch. 

Nun war es vor einigen Jahren so, dass ich EINEN Trockner und EINE Waschmaschine besaß. Die Waschmaschine hatte schon einige Jahre auf dem Buckel und zickte fleißig. Da ich schon einmal vierzehn Tage ohne Waschmaschine da saß, kam ich auf die verwegene Idee, gleich eine neue zu kaufen - dann fühlt man sich nicht ganz so nackt, wenn das ältere Modell über den Jordan gegangen ist.

Also ZWEI Waschmaschinen, ein Trockner. Die neue Waschmaschine lief super, die alte hat sich überlegt, dass das nur Alterszipperleine waren und lief auch. Das bringt aber gar nichts, wenn man nur einen Trockner hat. Da der alte Trockner (Wärmepumpentechnologie) schon eine gigantische Reparatur hinter sich hatte, von der Lautstärke her zum Mond flog, beschlossen der Göttergatte und ich, dass wir hier das gleiche Modell fahren und gleich einen neuen Trockner kaufen (muss man dazu sagen, dass der Göttergatte mindestens so technikaffin ist wie ich und überaus dankbar, dass ich den kompletten Haushalt übernehme.....ich bekomme so viel Geräte wie ich möchte)

Nun gut - VIER Geräte - alles lief.
Bis zum Umzug.

Da machte direkt danach der NEUE Trockner die Grätsche. Nun, wer sich mit diesem tollen Selfcleaning-System der Bosch und Siemens - Company beschäftigt hat, weiß, dass das System noch nicht ganz ausgereift ist. Ganz, ganz sicher war mal eine leckere Mischung aus Flusen und Wasser in die Pumpe geraten.

Kundendienst vom Ort bestellt - er repariert - geht - Trockner läuft nicht.

Kundendienst vor Ort wieder angerufen - er repariert - geht -Trockner läuft nicht.

Kundendienst von Siemens angerufen - er kommt - misst - überlegt - schraubt - Trockner tot.

Angeblich Kühlflüssigkeit ausgelaufen . Aha . Trauer. 

Nun hatte ich ja immer noch den zum Mond fliegenden Trockner und einen neuen, der nach nur drei Jahren auf die Müllkippe kommt.
Ich gebe zu, mittlerweile bin ich verwöhnt und konnte mir das Leben ohne zweiten Trockner gar nicht mehr vorstellen.
Gesagt, getan, neuen Trockner gekauft. Von der Firma M.

Und nun kommt vorhin mein Küchenmann und bringt das neue Schätzchen.

Ich - ganz nett - denke: Machste mal die Wasserschublade vom alten leer, damit er nicht so eine Sauerei im Auto hat.

Aus der Wasserschublade kommt mir literweise Wasser inclusive einem gefühlten Kilo Staubflusen entgegen. Und ich denke  nur: Verflixte Axt, der ging doch angeblich nicht mehr, vielleicht hat er jetzt irgendwas hochgepumpt, Verstopfung gelöst - keine Ahnung.
Und mache den Trockner an.

Läuft. Anstandslos.

Jetzt habe ich ZWEI Waschmaschinen und DREI Trockner (im Gegensatz zu heute morgen - da war es ja nur noch einer).

Das Lebensmodell wird überdacht. Vielleicht mache ich nebenberuflich einen Waschsalon auf.

Donnerstag, 6. November 2014

Gemischte Gefühle

Gemischte  Gefühle habe ich, wenn ich an den heutigen Tag denke.
Meine wirklich liebste Freundin Maria ist heute gestorben.
Und ich bin froh und traurig zugleich.
Froh, weil ihr Leiden ein Ende hat, weil es keine Hoffnung auf Heilung gab, weil die letzten zehn Tage ihres Lebens wirklich nicht mehr schön waren (vorher schon - sie hat aus allem noch Lebensqualität geschöpft - für mich ein Vorbild), 
traurig, weil ich eine gute Freundin, eine tolle Gesprächspartnerin, Beraterin in allen Lebenslagen unwiderruflich verloren habe.
Ich hoffe, ich habe alles richtig gemacht.