Montag, 21. Dezember 2015

Endzeitstress



Nett von allen Lehrern und Lehrerinnen ist es ja, sämtliche noch ausstehende Arbeiten vor den Weihnachtsferien einzufordern.  Nicht, dass ich es schon überflüssig finde, dass in einer siebten Klasse in den letzten zwei Wochen sechs Klassenarbeiten geschrieben werden (die Einzige, die das nicht so macht, ist die Lateinlehrerin - die lässt aber die erste Arbeit des zweiten Halbjahres in der Regel am1. Februar schreiben und ist dementsprechend früh fertig),

nein, auch die Kunstlehrerin muss sich profilieren und erwartet am vorletzten Schultag ein fertiges Projekt.


Nun, sie wird es frühzeitig angekündigt haben. Aber wie das so ist - alle Schüler denken: Ich habe ja noch laaaaange Zeit....(und ehrlich - viele sind im Erwachsenenalter noch genau so) und schwuppdiwupp ist es Sonntag abend, halb neun und man muss nur noch schnell.....



...naja, noch schnell einen Text zaubern geht vielleicht, aber Kunst?? Anmalen?? Noch künstlerisch kreativ sein??


Aber: Wir sind bezüglich Zeitstresses in Kunst mittlerweile Profis. 


Gerne denke ich an Fränzchens Panik zurück, als ihm abends einfiel, dass zu seinem Kunstprojekt noch eine Tastatur aus Pappmache´ fehlte.....Himmel, da ich war nur so mittlerer Laune.....und ich habe gelernt, dass man mit dem nötigen Equipment (Tastaturverpackung, vielen kleinen Zeitungskügelchen, Kleister, Papier und GUTER Acrylfarbe) in Nullkommanix eine Tastatur hervorzaubern kann.


Und gestern Abend war es mal wieder so weit. Diesmal allerdings Mäxchen (der allerdings eine wesentlich entspanntere Mutter erlebte als sein Bruder damals - auch ich lerne aus meinen Fehlern


In einer Dreiviertelstunde wurde eine Uhrenrohling aus Pappe (den hatte er schon) mit mehreren Schichten Acrylfarbe in Gold und Schwarz bemalt (hier ist ein wichtiges Utensil der Fön - ich kam mir vor wie bei zu "Hause im Glück", die aus einer Bruchbude binnen sieben Tagen einen Palast zaubern) , dann noch eine Zierleiste auf dem Ziffernblatt in weiß, anschließend mit meinen schönsten Tuschestiften ein digitales Ziffernblatt...es machte schon was her. 





Ich bin nicht für den Hintergrund verantwortlich. Der Künstler hat selbst fotografiert.
Zu meinem Leidwesen lehnte der junge Mann meine im Adventskalender gefundenen Swarowski-Steine ab. Die hätten dem Armband noch den richtigen Pfiff gegeben....:)

Samstag, 19. Dezember 2015

Nähzubehör



Ich nähe viel und gerne. In den letzten Wochen war zwar auch ziemlich viel Murks dabei (wenn man eine Trigeminus-Neuralgie hat, sollte man keine Plüscheulen nähen - die schielen nämlich garantiert), aber in Summe ist die Nähmaschine mindestens jeden zweiten Tag in Betrieb.

Ich gehöre allerdings nicht zu dieser Spezies, die brav nach jedem Nähprojekt aufräumt, alles wieder strukturiert und die Nähmaschinen ölt.

Die Maschinen werden bei mir häufiger als nötig gereinigt, der Rest ist mir schnurzpiegegal.

Und so kommt es, dass diverse Dinge für längere Zeit im Nirwana verschwinden.
Wie zum Beispiel meine Nahttrenner.

Zwei Stück habe ich. Eigentlich. Aber meistens sind sie beide weg. Das ist natürlich unschön, wenn man eine , wenn auch kleine, Naht mit der großen Stoffschere auftrennen muss   da natürlich auch alle anderen Scheren verschwunden sind.

Und vor drei Wochen hatte ich die Faxen dicke und habe mir VIER Nahttrenner für sehr wenig Geld bestellt.  Die Teile mussten zwar aus Hongkong hierher transportiert werden, aber Zeit hatte ich.

Nun ja. Die Nahttrenner kamen an. Überflüssig zu erwähnen, dass ich die alten Möhren natürlich wiedergefunden habe.

Dann hat mir meine Schwägerin zum ersten Advent einen dicken, fetten Nahttrenner von Prym geschenkt. Garantiert unverlierbar, da so groß. Ich habe mich gefreut.

Gestern hatte ich dekadentes Weib in meinem ersten Adventskalender auch einen großen Nahttrenner. Ich habe gelächelt.

Heute war in meinem zweiten Adventskalender auch ein Nahttrenner drin. Ich habe geseufzt.

Und vorhin habe ich bei Snaply eine Bestellung aufgegeben nichts ist grässlicher, als über Weihnachten nichts zu nähen zu haben und was gab es als Bonusgeschenk??

Die, die es rät, gewinnt eine aufblasbare Waschmaschine:)

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Im Spielzeuggeschäft



Also, da sind Lieschen und ich im Spielwarenladen. Er wollte sich eigentlich unbedingt Joda von Star Wars kaufen, aber dieses Vieh war wirklich schauderhaft. Also doch ein klassisches Plüschi. Es werden alle geliebt und durch die Gegend geschleppt. Es wurde ein Totenkopfäffchen :) - nun denn, heißt nun Toti (naja, der Name ist schon etwas gruselig, aber unsere Plüschtiere haben alle recht einfallslose Namen wie Euli, Schildi, Mausi....naja, man kann es sich weiterdenken)


Und wir gehen an die Kasse. 


Dort steht eine Frau und bezahlt zwei Steiff-Schwäne. 


Lieschen rückt ein bisschen an sie heran  naja, schon sehr nah weil er ja die Schwäne sehen möchte.


Und von ihr kommt ein Anfaucher vom Feinsten: Jetzt rück´ mal nicht so nah an mich heran. Du stehst mir ja auf den Schuhen!   was definitiv nicht der Fall war und Lieschen nimmt unbeeindruckt etwas Abstand. 


Nun ja, wie definiert man Abstand??



Ist ja nicht so wie in der Apotheke: Bitte halten sie Abstand der Diskretion wegen! Und man steht zwei Meter entfernt, die Kundin zischt etwas und die Apothekerin brüllt laut durch die Apotheke: Soo? Sie haben einen Pilz?? Da habe ich Gutes für sie.....ähm, ich schweife ab



Lieschen war vielleicht einen halben Meter weg  klar, immer noch Schwäne gucken

Und als die Dame bezahlt hat, dreht sie sich wieder zu ihm, holt tiiiief Luft:

Also weißt Du, ich bekomme hier ja gleich Beklemmungen, ich kann das überhaupt nicht leiden, wenn jemand so nah an mir steht und das hättest Du doch merken müssen!


Ich brummte nur ein gutturales: Jaja, er hat es ja schon verstanden

und die Dame entschwand mit ihren Schwänen.



Ich glaube, die Dame hätte sich selbst auch einen Schwan zulegen müssen, um von ihm auch mal schwanenhaftes Verhalten zu lernen, aber bei 169,00 Euro pro Stück kann man ja schon mal die Contenance verlieren...

Montag, 7. Dezember 2015

Heute so

Aufgewacht. Immer noch Halsschmerzen (linksseitig), Schnupfen, ansonsten munter.
Das übliche Kindertralala, die beste Freundin  vom Autohaus nach Hause gefahren (früher hieß es: Willste noch ne Kippe?? Im Moment heißt es: Brauchste auch ein Taschentuch??).

Zu Hause drei Plüscheulen versemmelt (alle Eulen schielen) und beschlossen, dass ich zum Nähen nicht in der Lage bin.

Im Internet gesurft,  Augenflimmern (Aura) - eine Migräne ist im Anzug. Schnell noch was getrunken, Ibu eingeworfen, die Kopfschmerzen kamen schon mit voller Wucht, aber nach drei Stunden Schlaf war es wieder weg (die zweite Attacke in drei Tagen)

Zwei Kinder aus der Schule abgeholt (inclusive Fahrrad - was für ein Gewürge im Auto), Kinder verköstigt (fünf an der Zahl) und mich heimlich im Arbeitszimmer versteckt, obwohl es so klang, als wenn gleich das erste Stockwerk zusammenbricht.

Weihnachtsgeschenke im Gästezimmer versteckt. Schlüssel fehlt. Kardinalsfehler (einer sucht immer). Im Internet gesurft, woher ich jetzt den richtigen Zimmerschlüssel bekomme. Hier. Super Service, schnelle Antwort, Schlüssel ist bestellt. Wenn er nicht passt, gibt´s was auf die Ohren :)

Mit dem Schwesterherz telefoniert, die über alle Mitarbeiter klagt, die krank sind. Ich habe dafür Verständnis, habe das aber nicht laut kundgetan. Man will es sich ja nicht verscherzen.

Mit Fränzchen neue Midi-Kabel gesucht, damit auch die Signale des Pedals auf den Rechner vom Clavinova übertragen werden. Sein Plan: Ein Weihnachtskonzert auf CD für die family. Er wäre der Star....wäre.....muss noch alles klappen.

Den HNO-Arzt angerufen, da Hals nicht besser. Da im Migräne-Anfall auch das linke Auge schlapper war, hatte ich zwischendurch die Selbstdiagnose - schwankend zwischen Aneurysma, Schlaganfall, Trigeminusneuralgie und Seitenstrang-Angina. Ich ziehe das Letztere vor.

Zwei Kinder nach Hause gefahren. Vergnügliche Gespräche mit dem 12-jährigen Gast.

Gespräch mit Mama am Telefon. Oma ist wieder gestürzt. Platzwunde, große Beule, Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch. Das wäre der zweite in diesem Jahr im zarten Alter von fünfundneunzig. Dumm, wenn man dauernd vergisst, dass man nicht laufen kann.

Lieschen ins Bett gebracht. Den Woozle-Adventskalender vorgelesen. Ist zwar nicht so der Reißer, da die Inhalte des Adventskalenders nicht zwingend benötigt werden, aber Lieschen liebt ihn!
Hier kann man sehen, wie sehr!

Schnell noch ein Täschchen fertiggestellt und eingetütet. Denn tatsächlich hat jemand meine Täschchennot gelesen und hätte gerne eines. Jetzt macht das auf einmal viel mehr Spaß! Ich habe es sogar noch ein klein wenig aufgepimpt .

Jetzt noch schnell des Göttergatten Abendbrot zaubern, ein bisschen Fernsehen und dann in die Heia.




Sonntag, 6. Dezember 2015

Adventskalender



Ich bin stolz auf mich. Ich habe es dieses Jahr zum zweiten Male fertig gebracht, alle Adventskalender fristgerecht fertigzustellen. Hah!  Gute Planung ist alles.


Schon letzte Woche gingen drei Adventskalender (in braunen Papptüten mit niedlichen Zahlenaufklebern ) an ganz liebe Menschen auf die Reise.  Da mussten zweiundsiebzig Tüten bestückt werden (von der Firma Ferrero sollte ich Aktien kaufen), hier noch ein bisschen Schnickeldi  und ein genähtes Täschchen für die Damen, einen Kinogutschein für den jungen Herren (der mir gestern ganz lieb geschrieben hat - was habe ich mich gefreut) - so  weit, so gut.


Dann kamen noch die Adventskalender für meine vier Männer dran.

Für die Herren hatte ich letztes Jahr Adventskalender selbst genäht. HUNDERT Säckchen (!!!) und HUNDERT(!!!) Meter Band habe ich produziert. Ich war kurz vorm Adventskalender-Burn-out-Syndrom. Meine Overlockmaschine übrigens auch. Von dieser Mammutaktion hat sie sich bis heute nicht erholt.


Aber chic sieht es aus. Letztes Jahr hingen die Säckchen an großen Ästen (na, das war ja ganz stylisch),aber da sich jeden Tag eine Person des Haushaltes immer an den Ästen verheddert hat (und das ganz Arrangement auf den Fußboden bröselte), habe ich dieses Jahr die ganz einfache Kleiderbügelvariante gewählt. Das hatte vor allen Dingen den Vorteil, dass ich die schon bestückten Adventskalender ganz praktisch für die Wartezeit in meinen Kleiderschrank hängen konnte und keiner sie gefunden hat :)
Nicht das schönste Bild, es ist schon spät, aber es lässt sich erahnen


Nun. Wer hat noch keinen Adventskalender im Haushalt? Ist es jemandem aufgefallen???

Richtig - ich hatte keinen. Aber da ich eher zu der pragmatischen Sorte gehöre, schreie ich entweder laut, bis selbst der Göttergatte den Notruf gehört hat oder kaufe mir selbst einen. Oder zwei......


Das klingt zwar ein wenig übertrieben (isses ja auch), aber ich hatte letztes Jahr so viel Spaß an dem einen (!) Nähadventskalender und habe mich das ganze Jahr über das zusätzliche Equipment gefreut - so sollte es auch dieses Jahr wieder sein.

Gestern habe ich ja schon von einem Türchen berichtet.

Aber der andere Kalender (der übrigens an einem Weihnachtskunstleitpfosten hängt), 


also...der gibt mir im Moment noch Rätsel auf.

Was war bisher drin:

  • einen Meter Schrägband , schlüpferfarben
  • ein hellblaues (sooooo hellblaues) Garn, pffff.....also, da kann man auch fast weiß nehmen
  •  einen Meter goldene Borte ( ich habe es zu Testzwecken an Fränzchens Pullover gehalten. Er hat sich gegruselt, aber das kann ich für meine Nichten verwurschten)
und.....Trommelwirbel.......
  • einen halben Meter Baumwollstoff mit URNEN drauf!! Oder sehe ich hier etwas falsch???? Andere Interpretationsversuche werden hier gerne gelesen


 
Der Ehrlichkeit halber: Fränzchen und Mäxchen haben Samoware darin gesehen (sie kennen allerdings auch keine Urnen ), aber der Göttergatte und ich sind anscheinend morbide genug