Mittwoch, 24. April 2013

Ein kreativer Nachmittag

Es gibt ja so Nachmittage, da bin ich froh, wenn die ganzen Kinderleins im Bett sind.
Da kommt das Lieschen missgelaunt aus dem Kindergarten, Fränzchen hatte auch bis halb vier Schule, muss noch Hausaufgaben machen und ist einfach alle, das Mäxchen hat Lust zu gar nichts uns die einzige Möglichkeit, die Laune hochzuhalten, ist eine gigantische Portion an Süßigkeiten und permanentes Mama-Entertainment.

Nun, Süßigkeiten gibt es, aber in Maßen, und das Mama-Entertainment hat seine Grenzen.
Ich bin auch nicht so eine Spielerin, die den ganzen Nachmittag mit Monopoly verbringt (abgesehen davon, dass uns der Kleine da in die Quere kommt), eine Party Uno, wenn es sein muss, aber lieber mache ich etwas mit Kindern mit den Händen. Liegt mir viel mehr.
Und mir ist es auch wurscht, ob die Küche nach einer Kuchenbäckerei nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, ich ignoriere Filzstift auf dem Esszimmertisch (deswegen haben wir immer noch keinen neuen), ich rücke sämtliche Wolle für´s Fingerhäkeln raus, binnen fünf Sekunden habe ich eine gigantische Anzahl von Acryl-Farben hervorgekramt.....all das macht richtig Spaß. Und da ziehen zumindest die beiden Kleineren mit.

Und heute war mal so ein Tag - obwohl der Nachmittag erst nicht so prickelnd angefangen hat.

Lieschen kommt mit Triefnase aus dem Kindergarten und ist platt.
Mächen kommt mit Triefnase und Husten aus der Schule und ist platt.
Fränzchen kommt erschöpft aus der Schule, muss noch lernen und ist platt.
Das ist so ein Tag, an dem sich alle in die Haare bekommen und ich die Inkarnation einer Streitschlichterin werde.

Aber heute nicht.

Lieschen hat gespielt, alle Puzzle ausgeräumt ,während ich an der immerwährenden Arbeit des Strickfilzschlauches für die Landesgartenschau gearbeitet habe. Blümchen aufnähen ist nicht so meine Lieblingsgeschäftigung.
Daher war ich für Ablenkung dankbar.

Mäxchen war ganz heiß darauf, mit mir eine Mosaik-Bodenfliese zu machen. Ich bin da noch im Experimentierstadium, aber ich freue mich über "Mitstreiter". Der besondere Reiz war natürlich auch, die Fliesen kaputtzumachen ( die beste Methode: Fliesen in einen alten Kopfkissenbezug und immer wieder aus dem Fenster fallen lassen- ist effektiver als jedes Hammergeklopfe). Bei der Geschichte bekam der junge Mann schon ausnehmend gute Laune.
Und dann saßen wir beide in einer Seelenruhe auf der Terrasse, haben Testmosaike gelegt, Fertigbeton angerührt und gematscht und gelegt.
Lieschen durfte ein bisschen Coco von einer DVD gucken. Zu mehr war er nicht mehr in der Lage.


Anschließend wollte Mäxchen nochnähen. Uff - so langsam nahm die Anzahl der Projekte überhand....aber das berichte ich extra.

Und da der Göttergatte nicht Hause kommt, habe ich auch überhaupt nicht aufgeräumt und das Chaos einfach liegengelassen.

Die Kinder haben mittenmang des Fliesen-Wolle-Nähexperimentes ein Express-Abendbrot bekommen und sind trotz der Triefnasen mit guter Laune ins Bett gegangen.

Und ich habe  abends die Füße hochgelegt, Wäsche Wäsche sein lassen und in Seelenruhe weitergestrickt/gehäkelt/genäht.

Es gibt so Tage - da läuft auch mal alles richtig rund.

Nachtrag: Heute morgen ist der Fisch fertiggeworden. Mäxchen ist ganz stolz. Und Bodenfliesen haben wir jetzt schon sieben Stück. Der Strickfilzschlauch ist 2,80 m lang und hat die ersten Blümchen. Ich komme gar nicht mehr zum Bloggen :)

1 Kommentar:

  1. Oh, Fliesen aus dem Fenster schmeißen, das wäre was für meinen zweiten Sohn gewesen (heute ist er 22).
    Chaos bei einer Kinderschar ist doch normal, wir haben auch ein Haus in dem gelebt wird, gäbe es eine Liveübertragung am Notebook würde ich jetzt lieber nicht schreiben :-).
    mir gefällt es wie Du Dich auf Deine Jungs einstellst.
    herzlich Judika

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