Montag, 27. Mai 2013

Montagsfrage Nr. 8 - oder: Entwicklungssprünge

Mein Lieschen hat ja letzte Woche beschlossen, ohne Windel zu schlafen.
Dies hat auch, bis auf ein Malheur (dass er mitten in der Nacht selbst geregelt hat....nasse Hose aus, neue Hose an) gut geklappt. Das Mutterherz freut sich und die Mülltonne auch.

Drei Tage später ging es weiter mit seiner Entwicklung. Zahnschmerzen! Dass kein Karies dahinter steckt wusste ich ( wir besuchen unseren Doc widerwillig, aber ganz treu).
Nein, das Lieschen hat schon seinen ersten Wackelzahn.
Und ist wackelnderweise wie Graf Koks auf der Kutsche in den Kindergarten, um das jedem, aber auch wirklich jedem zu erzählen. 

Und da ich ganz leise vermeldete, dass man jetzt vielleicht auch mal den Schnulli nachts weglassen könnte, beschloss er, dies gleich durchzuziehen.
Viele denken jetzt vielleicht, dass ich das vor Jahren schon hätte machen sollen, aber man kann mir glauben, das ging bei diesem Kind nicht.
Er war ein begeisterter Fingerlutscher, bis er sich mit gut einem Jahr einen Splitter unter den Nagel bis zum Nagelbett gerammt hat. Mit Nuckeln war nichts mehr. Er hat vier Monate abends im Bett gebrüllt. Bis auf einmal der mehrfach angebotene Schnuller attraktiv wurde. Und es war wieder Ruhe im Bett.
Irgendwann gab es die Regel, dass er nur noch in seinem ZImmer schnullern darf. Das ging super. Aber nachts musste das Teil her. Da konnte ihn kein ach so großes Geschenk der Schnullerfee locken. Eine süße Konversation mit ihm war in den Zeiten regelmäßig: "Wenn die Schnullerfee kommt, was wünschst Du Dir??" "Neue Schnullis." Und ich habe schon einige Kinder erlebt, bei denen es nur zu einem Wechsel von Schnuller zu Daumen oder von Schnuller zu Nägelkauen gab - das wollte ich auch nicht. 

Ein Eimer musste her (für die vielen Schnuller). Und er sammelte ein und stellte den kleinen Eimer vor die Tür.

Im Laufe des abends hörte ich immer wieder ein wanderndes Lieschen. Taptaptap, Haustür auf, Klonk , Schnuller rein, Haustür zu, Taptaptap ins Zimmer.

Nächsten Morgen war er putzmunter, kam zu mir und sagte: "Jetzt muss ich doch  mal schauen,ob es die Schnullifee wirklich gibt! "
Ja, es gibt es. Und sie hatte ein Geschenk im Gepäck. Einen Brief hat sie auch geschrieben. 


Liebes Lieschen!

Ich bin die Schnullerfee.

.


Toll, dass du mir Deine Schnullis gegeben hast. Ich kann sie jetzt kleinen Babys bringen.
Und weil Du das so super gemacht hast, bekommst Du von mir auch ein Geschenk.

Ich hoffe, es gefällt Dir!!

Deine Schnullerfee



Mein Lieschen ist stolz wie Bolle!

Das Mäxchen ist immer noch gehandicapt. Aber der Verband ist ab. Der Oberarm ist zwar noch nicht verheilt, aber er soll leicht bewegen.
Kein Sport in den nächsten vier Wochen. Doof, das alles. Aber es wird wieder.



Bei Fränzchen habe ich das Gefühl, dass die Schule schon fast vorbei ist.
Diese Woche hat er nur zwei Tage Schule. Allerdings heute eine Mathearbeit.Und da bin ich ihm gestern ein bisschen auf die Füße getreten. Da war er beleidigt.
Das Fränzchen ist in Mathe ein absoluter Crack - er kann es einfach und musste noch nie für eine Mathearbeit üben. Und kommt mit Einsern nach Hause. Die letzte Arbeit hat er allerdings für seine Verhältnisse versemmelt. Tja, da ging es nämlich daran, Formeln auswendig zu lernen. Und da er das gar nicht gewohnt ist, hat er sich nicht darum gekümmert. Und sich erst alle Formeln herleiten, ist zwar ein sicheres Modell, aber es hat alles zu lange gedauert. Also saßen wir beide gestern da und haben uns die Prozentrechnung gegeben. Was bin ich so froh, dass ich mit der Schule schon längst fertig bin......

Alle drei haben am Samstag ein Päckchen von ihrer Ur-Oma bekommen. Mit haufenweise Süßigkeiten drin.
Große Begeisterung! Ich glaube, sie haben sich alle etwas überfressen. Aber der kindliche Magen verträgt ja erstaunlich viel. Meine Bauchspeicheldrüse hätte wahrscheinlich gestreikt und ich wäre direkt ins Zuckerkoma gefallen.
Allerdings musste ich den Mäusen erklären, dass man sich für so ein schönes Päckchen auch mal bedankt. Zumal die Uroma kaum noch etwas tragen kann und es wirklich für sie große Mühe bedeutet hat,dieses Packerl auf den Weg zu bringen.
Also haben wir ihr drei Karten geschrieben. Jeder extra - und jeden Tag wird eine verschickt. 
Fränzchens Karte wurde in super Schönschrift geschrieben,
Lieschen hat gemalt


 und Mäxchen



hatte die Herkunft des Wortes Ur noch nicht verstanden (bei uns heißen alle Uromas einfach Oma Ur). Als ich ihm das erklärt habe, ist bei ihm der Groschen gefallen. " Ich habe mich immer schon gewundert, was die Oma Ur mit Uhren zu tun hat!!"

 Und bei Euch so?????

Kommentare:

  1. Ich mach mal schnell hier im Kaommentar mit:
    Zähne und Schnuller sind auch bei uns Thema. Witzig.

    Das große Kind zeigte in den letzten Tagen immer wieder einen angeblich wackelnden Backenzahn, aber ich seh da nichts wackeln. Gibt es das überhaupt, dass die Backenzähen zuerst wackeln?
    Inzwischen ist es übrigens wieder fieberfrei und auch nicht mehr ganz so blass, sodass es heute in die Kita gehen konnte.

    Das kleine Kind hat vor ein paar Tagen nachts den Schnuller durchgebissen. Da habe ich die Gelegenheit genutzt und gesagt, dass der jetzt kaputt ist und weg muss. Das Kind hat traurig genickt und weiter geschlafen. Am nächsten Tag hat es zwar eine Weile an den Fingern gelutscht, aber dann schnell geschlafen. Am nächsten Abend hat es nach seinem "Suckel" gefragt. Ich habe wieder erklärt, dass der kaputt war. Da hat es gesagt: "Suckel paputt. Repahian!" "Das geht leider nicht." Punkt. Erledigt. Wir hätten natürlich noch Nachschub im Schrank, aber wenn das jetzt der Ausstieg ist, ist mir das recht.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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  2. Ja super, so einfach kann man den Schnulli loswerden!!!
    Aber wackelnder Backenzahn in dem Alter ist noch nicht. In der Regel wackeln zuerst die unteren Schneidezähne. Allerdings können mit fünf schon die ersten bleibenden Backenzähne kommen - das erstaunt sowohl die Eltern als auch das Kind .
    Noch gute Besserung an den Großen!!

    Julika

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  3. Eure Briefe sind super.
    Auch der von der Schnullerfee.
    herzlich Judika

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  4. Psst, soll ich dir mal was verraten?
    Ich habe bis ich 8 (!) Jahre alt war nachts nen Schnulli gehabt. Natürlich ohne das Wissen meiner Eltern, ich war schon immer ein Fuchs :D
    Mit der Zahnspange musste der dann weichen, denn damit funktionierte schnullern nicht mehr.
    So habe ich es mir also einfach ganz alleine selbst abgewöhnt.
    Und aus mir ist trotzdem was (n bisschen *lach*) geworden ;)

    Ganz liebe Grüße

    Jenny

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    1. Psst, ich flüstere auch mal. Ich - und auch meine Schwester- habe, bis ich elf (!) war, am Daumen genuckelt. Und es mir erst im Zeltlager abgewöhnt. Da war es doch zu peinlich. Und ich habe kerzengerade Zähne.
      Nach sechs Tagen "schnullerfrei" stelle ich allerdings fest, dass das Lieschen im Moment weniger schläft. Er verdaddelt Stunden in seinem Zimmer und geht manchmal erst um zehn in die Heia. Da ist er natürlich morgens ziemlich müde.
      Aber das wird sich schon richten.
      Liebe Grüße
      Julika

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