Samstag, 15. Juni 2013

Behindern ist heilbar


Gestern kam Mäxchen ganz aufgeregt aus der Schule.

"Mama, unser Bild ist in der Zeitung! In der ZEIT vom 13. Juni."


Da war ja mal kurz die Aufregung groß.

Zum Hintergrund. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine große Werbekampagne gestartet, um die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen.
Und  die Schule, in die beide Großen gehen (oder gingen) wurden auf Grund ihres inklusiven Ansatzes gefragt, ob eine Klasse zu einem Fotoshooting bereit wäre.
Alle Eltern wurden informiert, wir konnten damit einverstanden sein (war aber kein Muss), wir wurden zu der Kleidergröße und Schuhgröße (räusper....Größe 40) befragt und bekamen einige kleine Regeln, wie die Kinder an dem großen Tag angezogen sein sollten.

Das Ding ging gut über die Bühne, hat für Mäxchens Geschmack zu lange gedauert, aber es war die Erfahrung wert.

Hier  hatte ich schon einmal über diese Aktion geschrieben.

Die Werbekampagne ist auf Grund ihres mehrdeutigen Titels sehr umstritten, ich bin mir auch nicht ganz klar darüber, ob ich es gut finden soll, aber zumindest denkt man etwas länger darüber nach.

Und so sieht es nun aus: 




Man verzeihe bitte die Qualität, aber es war eine DinA 3-Anzeige, ich musste mit Photoshop tricksen...


Mäxchen findet es gut. Und hat sich heute Morgen heimlich vor dem Spiegel mal testweise einen Seitenscheitel gekämmt.....fand er doch ganz chic...


Noch ein kleines Update:

Wir haben nun das Foto im Original- ich hatte es hier auch drin, aber bin mir nicht sicher mit Rechten. Also wieder raus.


Mittlerweile habe ich die Anzeige noch gesehen in unserer Tageszeitung und im Spiegel.
Wenn Sie noch jemand irgendwo sieht, wäre ich dankbar um eine Nachricht - die Oma Ur ist ganz wild auf alle Ausgaben  vollaufgeregtweilihrEnkelcheninderZeitungist

Kommentare:

  1. Puh, allerdings ein etwas fragwürdiger Titel.
    Mutig... ich finde ihn mutig. Und je mehr man drüber nachdenkt, desto mehr positive Bedeutung findet er.

    Mäxchen ist in einer I-Klasse? Finde ich toll. War ich Klasse 2-4 auch und habe dadurch ganz viel Sozialkompetenz erworben. Selbstverständlichkeit im Umgang mit behinderten Menschen. Ich habe sie verteidigt und geschützt.
    Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte.

    Nach meiner Elternzeit möchte ich übrigens in einem Wohnheim für behinderte Erwachsene arbeiten. Ich glaube aber, das erwähnte ich schon, oder? ;)

    LG

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  2. Die ganze Schule hat nur I-Klassen (Stammgruppen - 10 Erstklässler und 10 Zweitklässer gemeinsam, in der jeder Stammgruppe sind einige Kinder mit Förderbedarf).
    Die Kinder mit Förderbedarf haben jeweils einen FSJler und in jeder Klasse wird mit Doppelbesetzung unterricht.
    Fränzchen war auch schon dort und auch LIeschen wird in diese Schule gehen.
    Uns hat es da gut gefallen und auch der Übergang zu Klasse 5 auf einem Gymnasium war zumindest für den Großen kein Problem.
    Die Arbeit in einem Wohnheim stelle ich mir anstrengend, aber auch sehr interessant vor. Man muss schon die GAbe besitzen, sich sehr auf Personen einzulassen.

    LG

    Julika

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  3. Toll. Ich bin mal gespannt und hoffe, dass es auch für Paul möglich sein wird, eine I-Klasse zu besuchen.

    Ja, das stimmt schon, aber es kommt immer sehr auf die Wohngruppe drauf an. Ich hatte das große Glück, in einer supertollen Gruppe gelandet zu sein, was den Großteil der Bewohner und die andere Betreuer anging. Dort hat arbeiten echt Spaß gemacht (zumindest meistens) und es gab wirklich keine großartig stressigen Momente. Ich habe dort gelernt, mit einem in gewissen Situationen zu Aggressionen (gewalttätig oder so wurde er aber nie) neigendem Mann umzugehen (was mir anfangs Angst machte). Ich habe so sehr sein Vertrauen erobert, dass er später auf fast alles gehört hat, was ich ihm sagte. Er war nämlich jemand, der gerne mal "nichts" tat. Im Haushalt helfen oder so: Nein danke.
    Klappte nachher echt gut. Und Glücksmoment Nr. 1 war, wo die Leiterin des Hauses (nicht in unserer Gruppe Betreuerin, aber doch bei allen bekannt und vertraut) mit ihm Zucker messen gehen wollte und er partout nicht wollte, erst auf mein Zureden dann gehört hat und mit ihr mit ging :)
    Hach, da kriege ich gleich Lust, wieder arbeiten zu gehen ;) Ich wollt auch, wenn Paul ca 1 Jahr alt ist, ein Wochenende im Monat als Aushilfe in nem Heim arbeiten. Hoffentlich klappt das alles so. Und wenn er 2 ist dann Teilzeit arbeiten gehen.

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