Freitag, 7. November 2014

Haushaltsgeschichten

Eine Familie mit drei Kindern produziert viel Wäsche. Insbesondere wenn man bei den Kindern eines dabei ist, bei dem nachts noch öfter mal was daneben geht (bedeutet: Laken, Bettwäsche, Inlet, Kopfkissen, Schlafi des Kindes waschen) und eben auch dieses Kind sich in der Schule trotz Buddelhose und Gummistiefel jeden Tag tutto completti einsaut. 

Ist mir egal - Hauptsache, er ist draußen. Ich muss ja nicht mehr am Fluss die Wäsche schrubben und anschließend neben dem Kohleofen trocknen.

Außerdem ist da noch ein pubertierender Vierzehnjähriger, bei dem mittlerweile aus geruchstechnischen Gründen täglicher Wäschewechsel (immer noch nach mütterlicher Ansage) vonnöten ist.

Klingt alles ganz einfach, ist es eigentlich auch. 

Nun war es vor einigen Jahren so, dass ich EINEN Trockner und EINE Waschmaschine besaß. Die Waschmaschine hatte schon einige Jahre auf dem Buckel und zickte fleißig. Da ich schon einmal vierzehn Tage ohne Waschmaschine da saß, kam ich auf die verwegene Idee, gleich eine neue zu kaufen - dann fühlt man sich nicht ganz so nackt, wenn das ältere Modell über den Jordan gegangen ist.

Also ZWEI Waschmaschinen, ein Trockner. Die neue Waschmaschine lief super, die alte hat sich überlegt, dass das nur Alterszipperleine waren und lief auch. Das bringt aber gar nichts, wenn man nur einen Trockner hat. Da der alte Trockner (Wärmepumpentechnologie) schon eine gigantische Reparatur hinter sich hatte, von der Lautstärke her zum Mond flog, beschlossen der Göttergatte und ich, dass wir hier das gleiche Modell fahren und gleich einen neuen Trockner kaufen (muss man dazu sagen, dass der Göttergatte mindestens so technikaffin ist wie ich und überaus dankbar, dass ich den kompletten Haushalt übernehme.....ich bekomme so viel Geräte wie ich möchte)

Nun gut - VIER Geräte - alles lief.
Bis zum Umzug.

Da machte direkt danach der NEUE Trockner die Grätsche. Nun, wer sich mit diesem tollen Selfcleaning-System der Bosch und Siemens - Company beschäftigt hat, weiß, dass das System noch nicht ganz ausgereift ist. Ganz, ganz sicher war mal eine leckere Mischung aus Flusen und Wasser in die Pumpe geraten.

Kundendienst vom Ort bestellt - er repariert - geht - Trockner läuft nicht.

Kundendienst vor Ort wieder angerufen - er repariert - geht -Trockner läuft nicht.

Kundendienst von Siemens angerufen - er kommt - misst - überlegt - schraubt - Trockner tot.

Angeblich Kühlflüssigkeit ausgelaufen . Aha . Trauer. 

Nun hatte ich ja immer noch den zum Mond fliegenden Trockner und einen neuen, der nach nur drei Jahren auf die Müllkippe kommt.
Ich gebe zu, mittlerweile bin ich verwöhnt und konnte mir das Leben ohne zweiten Trockner gar nicht mehr vorstellen.
Gesagt, getan, neuen Trockner gekauft. Von der Firma M.

Und nun kommt vorhin mein Küchenmann und bringt das neue Schätzchen.

Ich - ganz nett - denke: Machste mal die Wasserschublade vom alten leer, damit er nicht so eine Sauerei im Auto hat.

Aus der Wasserschublade kommt mir literweise Wasser inclusive einem gefühlten Kilo Staubflusen entgegen. Und ich denke  nur: Verflixte Axt, der ging doch angeblich nicht mehr, vielleicht hat er jetzt irgendwas hochgepumpt, Verstopfung gelöst - keine Ahnung.
Und mache den Trockner an.

Läuft. Anstandslos.

Jetzt habe ich ZWEI Waschmaschinen und DREI Trockner (im Gegensatz zu heute morgen - da war es ja nur noch einer).

Das Lebensmodell wird überdacht. Vielleicht mache ich nebenberuflich einen Waschsalon auf.

Kommentare:

  1. Was einem die Technik doch manchmal für Streiche spielt

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  2. Großartig geschrieben!
    Du hast ein breites Lächeln auf mein Gesicht gezaubert.
    Vielen Dank!

    Henriette

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Danke für Deinen Kommentar - ich freue mich über jeden Einzelnen!!